Jänner

10.01.
Eclipse ist ab heute wieder im Wasser. Ernst hat die komplette Elektrik erneuern lassen und noch ein paar technische Feinheiten einbauen lassen.
Die Temperatur Umstellung, von -8 Grad in Österreich auf 34 Grad hier in Thailand, habe ich noch nicht geschafft. Das ist aber jammern auf hohem Niveau. Ein bisserl schwitzen schadet nicht. Mein Lieblings Italiener, hier in der Marina, hat eine neue Bar eröffnet und die mußte natürlich ordentlich eingeweiht werden. Meine Unterschrift und eine Österreichische Flagge schmücken jetzt seine Wand.

13.01.
Los gehts. Ich muß auf Hochwasser warten. Zu seicht ist die kurvige Ausfahrt aus der Marina. Durch die Mangroven gehts Richtung Meer. Mein erstes Ziel ist Krabi. Genauer gesagt Pine Bungalows Resort. Ich treffe mich mit Swity und Robert. Liebe Gäste aus dem Tennispoint. Wir verbringen einen schönen Abend und machen am nächsten Tag einen Tagestrip zu einem kleinen Inserl, mit schnorcheln, plaudern und Bier trinken. Man gönnt sich ja sonst nix.

15.01.
Kurz Stop auf Koh Lipe. Ich war im Sommer schon hier. Es hat mir damals so gut gefallen, dass ich hier nochmals einen Abend verbringen möchte. Aber die Insel wird von Touristen überrannt. Also nix wie weg. 1500 Seemeilen liegen vor mir bis Bali.

16.01.
Wo ist der Wind????? Leider die meiste Zeit unter Motor.

20.01.
Um 02.00 Nachts quere ich die Schiffsstraße in der Malacca Strait. Ich darf als Segler eine Schiffstraße nur unter Motor und im 90 Grad Winkel queren. Hier gehts zu wie am Gürtel. Die Fahrzeuge sind geringfügig größer und sie weichen auch nicht aus. Zebrastreifen kann ich auch keinen entdecken. Bei Dunkelheit ist auch das Distanzgefühl sehr eingeschränkt. Mein Pulsschlag erhöht sich merklich. Warten, schauen, Riesenschiff vorbeilassen und dann hinter ihm Vollgas drüber, weil der nächste Riesenpot kommt schon wieder. Sehr spannend.

21.01.
Ich passiere Singapur. Ab jetzt hab ich Wind. Vollmond Segeln durch die Riau Inseln. Slalom Kurs. Das glasklare Wasser glitzert im Mondschein. Die weissen Sandstrände lassen sich erahnen. Es gibt nicht genug Worte um diese Stimmung zu beschreiben.

23.01.
Obwohl ich noch ca 350 Liter Diesel an Bord habe, entscheide ich mich, zur Treibstoffaufnahme auf der Insek Banka. Ich fahre in den Flußhafen von Bangalibank. Natürlich keine Tankstelle, also frage ich bei der Hafenpolizei, wie ich an Diesel kommen könnte. "Kein Problem, wie viel brauchst du?" Mit einem kleinen Boot bringen mir die Polizisten 200 Liter. Schnell eingefüllt und cash bezahlt. Ich denke der Hafenpolizei von Bangalibank fehlen jetzt 200 Liter Diesel, dafür hat sich der Polizist ein ordentliches extra Taschengeld dazu verdient.
Es regnet den ganzen Tag. Eigentlich wollte ich gleich wieder auslaufen. Warum? Ich hab ja Zeit. Ich machs mir so richtig gemütlich. Mittagsschläfchen, Musik, Bier und ein gutes Abendessen an Bord. An Land darf ich ja noch nicht, da ich in Indonesien noch nicht einklariert habe.

24.01.
Waschtag. Nicht für meine Waesche, sondern nur für mich und Eclipse. Es schüttet 24 Stunden durch. Zusätzlich zieht stündlich ein mächtiges Gewitter über mich hinweg. Blitze zischen knapp neben mir ins Meer. Es kracht. Es ist zum fürchten. In dieser Nacht kann ich gerade einmal eine Stunde schlafen. Was ist so schön am segeln???????

29.01.
Ich sehe die Lichter von Bali. Die Nase nimmt alle Gerüche auf, nach mehreren Tagen in geruchsleerem Raum auf dem offenen Wasser. Ich segel zuerst an der Nordküste entlang, bevor ich nach Süden abdrehe. In der letzten Nacht passiert es doch noch. In ganz Indonesien gibt es hunderte kleine Bambusflöße. Die sind fest am Meeresgrund verankert und werden von den Fischern benützt. Leider sind die meisten unbeleuchtet. Jedenfalls donnere ich auf so ein Floß drauf. Kein Schaden. Aber der Schrecken ist riesig.

30.01.
09.00 morgens. Ich bin angekommen. Herzlich werde ich von den Marina Angestellten begrüßt. Sogar meinen Namen wissen sie noch. Sie sprechen mich sogar mit Captain Andrew an. Ich gönne mir ein Bier und einen Burger an der Marina Bar. Ist zwar noch früh für ein Bier. Was solls. 1500 Seemeilen segelt man nicht alle Tage, alleine, nonstop.





Februar