02.03.
Bangkok erlebt noch immer so etwas wie einen Ausnahmezustand. Jeder Thai, sollte nach dem Tod des Königs, der vor bald einem Jahr gestorben ist, zum großen Königspalast pilgern, um hier zu beten. Es herrscht ein furchttbares Verkehrschaos. In Sichtweite des Königspalastes sollte man in schwarz gekleidet sein. Nicht unbedingt wir Touristen, aber den Thailändern wirds von der Regierung vorgeschrieben. Ich war zufällig in Schwarz. Man hat mich sehr respektvoll behandelt.

04.03.
Bin in Chiang Mai angekommen. Eine Stadt im Norden von Thailand. In den Reiseführern steht von Tempeln, üppigen Reisfeldern und wunderschönen grünen Hochland geschrieben. Die Tempeln hab ich gefunden. Den Rest muß ich mir denken. Es ist heiss und trocken. Statt üppiges Grün, sehe ich staubiges Gelbbraun. Aber der Ausflug mit dem Moped zum 900 Meter hoch gelegenen Doi Suthep Tempel zahlt sich aus. Mit dem Gold, das hier verbaut ist, könnte der Bevölkerung schon geholfen werden.

06.03.
Ich erinnere mich noch gut, dass ich in meiner Jugend immer wieder über das Goldene Dreieck gehört und gelesen habe. Heute war ich da. Spannender dürfte es noch vor 30 Jahren hier gewesen sein, als der Opiumhandel noch blühte. Jetzt ist es wie alles in Thailand. Eine Touristenfalle. Ich bin froh es trotzdem gesehen zu haben, aber mehr gibts darüber nicht zu berichten. Doch ja etwas noch. Es gibt hier eine goldene Toilette. Auch die Longneck Women, die von Myanmar nach Thailand importiert wurden, sind eine blöde Fleischbeschauung. Dafür macht mir der Nacht Basar in Chiang Mai viel Spaß. Der ist echt. Ich koste mich durch alles möglich durch. Eine Suppe da, ein Fleischspießchen dort. Es ist schade, dass man einfach irgendwann satt ist. Es gäbe noch so viel zu probieren.

08.03.
Zugfahrt von Chiang Mai nach Bangkok. Nicht weil ich Geld sparen will und mir den Flug nicht leisten mag. Ich liebe Zug fahren.
Meine Anschlußflug nach Phuket verlege ich gleich auf den nächsten Tag, da ich weiss, mit dem Zug werde ich nicht pünktlich sein. Versprochen ist Abfahrt um 08.50 von Chiang Mai und Ankunft 19.20 in Bangkok. Angekommen bin ich dann um 22.10 Mein Fehler war den Rapid Train zu nehmen und nicht den "Langsamen". Zwar klimatisiert, aber dafür kein Speisewagen. Das sagte mir niemand. Durch wunderschöne Täler, an Reis- und Erdnussfelder vorbei. Mitten durch den Regenwald. Landschaften wie aus dem Bilderbuch, aber ohne Essen und Trinken. 13 Stunden Fahrt. Nach 6 Stunden hatte ich schon genug.

10.03.
Noch ein paar Handgriffe unseres Bootselektrikers. Der hat schon wieder ein neues Auto. Ich denke 30% des Autowertes hat er mit uns verdient. In meiner Stammkneipe ist heute Musikabend mit Laienmusikern. Ein Thai spielt Irische Volksmusik. Zum niederknien lustig, aber gut. Ein Engländer spielt One Penny Flöten. Ein tolles Abschiedsfesterl. war zwar nicht für mich, aber ich denke es mir halt.

13.03.
Nach 2 traumhaften Segeltagen erreiche ich am Morgen des dritten Tages George Town auf der Insel Penang. Ich miete mir bald ein Moped und brause wieder einmal herum. Eine typische Malayische Stadt. Hochhäuser soweit das Auge reicht. Appartements für ich weiss nicht wie viele Menschen. In der Nacht sehe ich dass diese Hochhäuser unbewohnt sind, da kein Licht in den Wohnungen brennt. Aber die als Weltkulturerbe geschützte Altstadt ist sehenswert. Immer aufs neue begeistert mich dieser wunderbare Kulturmix in Malaysia. Little India besuche ich, Chinatown. Wunderschöne japanische Parks. Alles sorgsam gepflegt. Es gefällt mir hier.

15.03.
Nach 2 Tagen George Town segle ich nach Langkawi, um meine Mitseglerin zu erwarten. B wird mit mir bis Kota Kinabalu mitsegeln. Also mehr als 5 Wochen.

25.03.
Nach den Einkäufen legen wir von der Royal Yachtclub Marina Langkawi ab. Wir wollen nochmals nach George Town.

28.03.
Mit einem Leihauto fahren wir in die 240 Kilometer entfernten Cameron Highlands. Teeplantagen, Erdbeerfelder und ausgedehnte Gemüse und Obstanbaugebiete haben dieses Hochland berühmt gemacht. Leider macht auch hier der Bauwahn der Malayen nicht Halt. Was haben 20 stöckige Hochhäuser im Hochland zu suchen?

29.03.
Wir besteigen über einen mühsamen Dschungelweg den höchsten Berg dieser Gegend. Den 2035 Meter hohen Brinchang. Gegen Mittag verlassen wir die vielgepriesenen Cameron Highlands mit doch gemischten Gefühlen. Hier wird wunderschönes Land mit Brachialgewalt dem Tourismus und der Bauindustrie untergeordnet.

30.03.
Gegen Mittag lichten wir den Anker für unsere erste längere Fahrt Richtung Singapour. Mehr als 400 Seemeilen liegen vor uns. Durch eines der schiffsreichsten Seegebiete der Welt. Die Malacca Strait.




Logbuch 2017
April